{"id":1238,"date":"2015-07-13T08:24:05","date_gmt":"2015-07-13T07:24:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bad-boller-roller.de\/?p=1238"},"modified":"2015-08-28T08:30:07","modified_gmt":"2015-08-28T07:30:07","slug":"weilerstoffeler-wand-kann-bad-boller-roller-nicht-bremsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bad-boller-roller.de\/?p=1238","title":{"rendered":"Weilerstoffeler Wand kann Bad Boller Roller nicht bremsen"},"content":{"rendered":"<p>Dass es bei der Albextrem 2015 &#8222;etwas h\u00e4rter&#8220; zugehen w\u00fcrde als gewohnt, war den meisten Radlern bereits nach wenigen Kilometern bewusst. Anstatt gem\u00fctlich durchs Walkersbacher Tal zu rollen zweigte die Strecke an der Weitmarser S\u00e4gem\u00fchle unvermittelt nach rechts Richtung Pfahlbronn ab, wo es die ersten knackigen H\u00f6henmeter zu absolvieren galt. Auch der Aufstieg vom Haselbacher Tal zum Gartenschaugel\u00e4nde in Schw\u00e4bisch-Gm\u00fcnd (schon bekannt aus dem vergangenen Jahr) zwang viele Pedaleure in den kleinsten Gang bzw. aus dem Sattel. Mit dem Rechberg stellte sich dem Feld gleich nach der ersten Verpflegung in Waldstetten ein weiterer Brocken entgegen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens in Weilerstoffel konnten die Fahrerinnen und Fahrer \u00fcber solche &#8222;H\u00fcgelchen&#8220; nur noch m\u00fcde l\u00e4cheln. Nach der rasanten Abfahrt von Tannweiler herunter stand unmittelbar hinter dem Ortseingang ein Streckenposten, der allen Radlern fahnenschwenkend und mit lauter Stimme zurief: &#8222;Runterschalten! Runterschalten!&#8220; Grund: Die Auffahrt zum Flugplatz Hornberg &#8211; genannt &#8222;Weilerstoffeler Wand&#8220;.<\/p>\n<p>Die Fakten hierzu: 240 H\u00f6henmeter auf einer Strecke von 1,8 Kilometern, eine erste Rampe mit 17% Steigung, bevor nach einer kurzen Passage mit 10% das Maximum von 20% erreicht wird. Im weiteren Verlauf zeigt der Hang dann nochmals mit bis zu 18% seine Z\u00e4hne, erst kurz vor dem Plateau sinkt die Anzeige wieder auf &#8222;l\u00e4cherliche&#8220; 10%.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend geht es gem\u00e4chlich \u00fcber Wei\u00dfenstein, Treffelhausen das Roggental hinunter und gleich wieder hoch nach Steinenkirch. Welliges Profil begleitet die Radler bis zur n\u00e4chsten Verpflegung nach Gnannenweiler, wo flei\u00dfige Helfer den hungrigen und durstigen Teilnehmern einen sch\u00f6nen Empfang bereiten. Da an diesem Sonntag nahezu Windstille herrscht, fallen auch die n\u00e4chsten Kilometer \u00fcber Gerstetten, Altheim, Schalkstetten und Geislingen nicht schwer. An der Streckenteilung zwischen der kleinen &#8222;Classic-Tour&#8220; mit 190 km und den beiden langen Schleifen stellt sich f\u00fcr manchen die Frage, ob er den inneren Schweinehund f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Taten motivieren kann.<\/p>\n<p>Recht warm geworden ist es inzwischen an der frisch asphaltierten T\u00fcrkheimer Steige. Zuschauer an der Strecke motivieren mit Beifall und Anfeuerungsrufen. In rasanter Fahrt geht es von den Schonterh\u00f6fen hinunter nach Bad Ditzenbach. Durchatmen ist angesagt bei M\u00fcsliriegeln, Hefezopf und reichlich k\u00fchlen Getr\u00e4nken. Wer will, kann sich mit einer Massage f\u00fcr die kommenden Anstrengungen wappnen und Waden und Nacken durchkneten lassen.<\/p>\n<p>An der n\u00e4chsten Kreuzung steht dann eine gewichtige Entscheidung an: Links nach Gosbach abbiegen auf die gro\u00dfe Schleife mit 300 km oder geradeaus nach Auendorf f\u00fcr die mittlere Tour mit &#8222;nur&#8220; 240 km? Nochmal 60 km und 1.400 H\u00f6henmeter extra? Dazu das Zeitlimit 18.00 Uhr f\u00fcr die Gruppenwertung und 19.00 Uhr f\u00fcr Einzelfahrer. Immerhin: 122 Fahrer und eine (!) Fahrerin haben es gewagt und d\u00fcrfen sich jetzt &#8222;Traufk\u00f6nig(in)&#8220; nennen.<\/p>\n<p>Doch auch ohne die Aufstiege nach Drackenstein, Hohenstadt, zum Reu\u00dfenstein, die Oberlenninger und Weilheimer Steige stellen sich im weiteren Verlauf der mittleren und kleinen Runde noch einige Hindernisse in den Weg. Also gerade aus weiter nach Auendorf und \u00fcber den Sattel nach Gammelshausen. Schnell ist Schlat erreicht, doch der Gairenbuckel verlangt alles ab und wird mit jedem H\u00f6henmeter auch immer steiler. Der Atem geht auf Anschlag, der kleinste Gang ist l\u00e4ngst aufgelegt, doch die Steigung nimmt kein Ende. Zum Gl\u00fcck verleihen die treuen Fans am Stra\u00dfenrand den Beinen neue Kraft.<\/p>\n<p>Der sonst so gef\u00fcrchtete Hexensattel f\u00fchlt sich ein paar Minuten sp\u00e4ter dagegen eher mickrig an. Auch von Unter- nach Oberb\u00f6hringen &#8222;l\u00e4uft&#8220; es, wenn nicht Glasscherben und platte Reifen die Fahrt unterbrechen. K\u00fcr ist die Fahrt nach Eybach und durch das Roggental nach Treffelhausen. Bald ist St\u00f6tten erreicht, wo man sich mit Cola, Yoghurt und Hefezopf nochmals f\u00fcr die letzen Kilometer aufputschen kann. In fliegender Fahrt rollen gro\u00dfe Konvois \u00fcber die Albhochfl\u00e4che und jagen den Messelberg hinunter. Am letzten Anstieg von Reichenbach u.R. zum Birkhof finden viele \u00dcberholvorg\u00e4nge statt. Manch m\u00fcder Radler bewegt sich schiebend aufw\u00e4rts. Doch sp\u00e4testens bei der Abfahrt nach Ottenbach sind (fast) alle Strapazen vergessen und beim Anblick des Zielbogens macht sich eine gro\u00dfe innerliche Zufriedenheit breit.<\/p>\n<p>Nach dem Genuss von ger\u00f6steten Maultaschen mit Salat und einem k\u00fchlen Bier folgt schlie\u00dflich eine weitere \u00dcberraschung. Die Bad Boller Roller werden bei der Siegerehrung erst als Vorletzte aufgerufen: <strong>Rang 2 in der Gruppenwertung<\/strong> und erstmals der Sprung aufs Siegerpodest! Herzlichen Dank an alle 78 Fahrer, die mit insgesamt zur\u00fcckgelegten 16.920 km diese tolle Platzierung m\u00f6glich gemacht haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass es bei der Albextrem 2015 &#8222;etwas h\u00e4rter&#8220; zugehen w\u00fcrde als gewohnt, war den meisten Radlern bereits nach wenigen Kilometern bewusst. 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